Wilhelmstift setzt auf Musiktherapie: Spendenfinanzierte Maßnahme zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung

Wilhelmstift setzt auf Musiktherapie: Spendenfinanzierte Maßnahme zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung
Hamburg, 04.08.2025 – Auf der Neonatologie des Kath. Kinderkrankenhauses Wilhelmstift am Kath. Marienkrankenhaus in Hamburg geschieht jede Woche etwas Außergewöhnliches: Mit leiser Stimme oder sanften Harfenklängen begleiten Musiktherapeutinnen die kleinsten und verletzlichsten Patient:innen auf ihrem Weg ins Leben. Frühgeborene, die oft Wochen oder Monate zu früh zur Welt kommen, und deren Eltern sind enormen Belastungen ausgesetzt – medizinisch wie emotional. Die Musiktherapie bietet ihnen und ihren Familien einen wertvollen Anker.
Beruhigende Wirkung auf Herz und Seele
Studien belegen, dass Musiktherapie auf neonatologischen Intensivstationen messbare positive Effekte hat: Der behutsame Einsatz von Gesang – oft in Form des sogenannten „infant-directed singing“ – oder live gespielter Harfenmusik kann Atmung und Herzfrequenz stabilisieren, Stress reduzieren und die Eltern-Kind-Bindung fördern. Teilweise kann sogar die Sauerstoffzufuhr reduziert werden. Eine Studie zeigt, dass personalisierte Musikinterventionen sogar die Nahrungsaufnahme verbessern, sich auf die Entwicklung des Gehirns positiv auswirken kann und die Klinikaufenthaltsdauer verkürzen können.
„Innerhalb der für uns kaum nachvollziehbaren immensen Stresseinwirkungen auf die Kinder, bietet Musiktherapie - neben der einfühlsamen Pflege und der liebevollen Präsenz der Eltern - einen Anker für Sicherheitsgefühl, Orientierung, loslassen können und ankommen“, erklärt Leela Alette Hinrichs, eine der Musiktherapeutinnen. „Zudem ist es gut für die Selbstregulation sowie Selbstberuhigung“, so die Therapeutin weiter.
Ein wirkungsvolles Therapieangebot, das nicht selbstverständlich ist
Trotz ihrer nachgewiesenen Wirkung ist die Musiktherapie auf der Neonatologie kein regulär finanziertes Angebot der Krankenkassen. Sie wird ausschließlich durch Spenden ermöglicht. Nur Dank der großzügigen Unterstützung der Stiftung Kulturglück und Dorit & Alexander Otto Stiftung oder Privatspenden ist diese besondere Form der Zuwendung möglich.
„Musik berührt, wo Worte fehlen – das gilt auch im Inkubator. Wir sind dankbar für jede Spende, die hilft, diese zarte Brücke zwischen Leben, Heilung und Menschlichkeit weiter zu bauen“, sagt Prof. Dr. Lutz Koch, Chefarzt der Station.
Über die Neonatologie am Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
Die Musiktherapie in der Neonatologie richtet sich an Früh- und Neugeborene mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, beispielsweise aufgrund von Frühgeburtlichkeit, Atemproblemen oder neurologischen Auffälligkeiten. Die Interventionen werden individuell angepasst und in enger Abstimmung mit dem Behandlungsteam durchgeführt.
Auf der Neonatologie behandelt das Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift rund 600 kranke Neugeborene und Frühgeborene ab einem Geburtsgewicht von 450 Gramm pro Jahr.
Über 100 Mitarbeitende kümmern sich rund um die Uhr um die umfassende Versorgung von Früh- und Neugeborenen ab der 23. Schwangerschaftswoche und bieten den Kleinsten und ihren Familien im Perinatalzentrum Level 1 (PNZ 1) alles, was sie für einen guten Start ins Leben brauchen – Geburtsvorbereitung mit pränataler Diagnostik, familienorientierte Versorgung im Eltern-Kind Zimmer und eine Nachsorge, die bereits auf der Station beginnt.
Die Neonatologie ist Nachsorgestation und Intensivstation in einem und somit auch für Fälle, die besondere Fürsorge benötigen, bestens ausgestattet.
Sie setzt dabei den Fokus auf eine Kombination aus überragender Fachkompetenz, moderner Ausstattung und einer großen Portion Menschlichkeit, damit sich Eltern und Kind rundum wohlfühlen.
Über die Förderer:
Die Stiftung Kulturglück verfolgt das Ziel, Kunst und Kultur für alle zugänglich zu machen – unabhängig von Lebenssituation, Herkunft oder Gesundheitszustand.
Die Dorit und Alexander Otto Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich der Förderung des Gemeinwohls in vielfältigen Bereichen widmet. Zu ihren Fördergebieten gehören u.a. Medizin, Kunst und Kultur, Bildung, Soziales sowie Natur und Umweltschutz.“
