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Leistungen unserer allergologischen Ambulanz.

Zur Lungenfunktionsuntersuchung bieten wir die Spirometrie, die Bodyplethysmographie und die Impuls-Osszilographie an. Zusätzlich stehen verschiedenen Verfahren der Broncho-Provokation wie Laufband- und Histaminprovokation sowie der Bronchospasmolysetest zur Verfügung. Die allergologische Diagnostik umfasst sämtliche gebräuchlichen Verfahren der Allergietestung wie Hauttestungen, Laboruntersuchungen und Provokationstests. Therapeutisch führen wir die systemische Immuntherapie (Hyposensibilisierung, "Allergieimpfung") gegen inhalative Allergene sowie bei Insektengiftallergien (Wespen, Bienen) durch.

In unserer allergologischen Ambulanz werden jährlich ca. 450 Lungenfunktionsuntersuchungen, 600 Allergietestungen und 200 Untersuchungen auf Mukoviszidose (Schweißtest) durchgeführt. Welche Untersuchungen für Ihr Kind sinnvoll sind, entscheidet der leitende Arzt der Abteilung, Dr. J. Lemke, nach einem ausführlichen Vorgespräch (Anamnese).

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die verschiedenen Untersuchungsmethoden der Lungenheilkunde im Kindesalter.

Was ist eine Spirometrie?
Die Spirometrie wird auch die „kleine Lungenfunktion" genannt. Dabei wird das Aus- und Einatemluftvolumen sowie die Beziehungen Volumen / Zeit gemessen.
Durch Messung dieser Größen kann der Arzt Erkrankungen der Lunge diagnostizieren und in ihrem Verlauf kontrollieren. Er kann z.B. so zwischen obstruktiven Lungenerkrankungen, die durch eine Behinderung der Luftströmung in den Atemwegen gekennzeichnet sind (z.B. Asthma bronchiale) und restriktiven Lungenerkrankungen mit verminderter Dehnbarkeit der Lunge unterscheiden.

Wie läuft die Spirometrie ab?
Der Patient atmet über ein Mundstück, welches mit dem Spirometer verbunden ist, ein und aus. Auf Anweisung der die Untersuchung durchführenden Kinderkrankenschwester müssen bestimmte Atemmanöver durchgeführt werden, um möglichst zuverlässige Werte messen zu können. Die Untersuchung birgt praktisch keine Risiken und kann bei Kindern ab einem Alter von sechs bis acht Jahren durchgeführt werden.

Was ist die Body-Plethysmographie?
Diese Untersuchung wird auch Ganzkörper-Plethysmographie genannt und ist ein Verfahren zur Messung der Lungenfunktion. Dabei kommt der Name aus dem Griechischen, "plethys" bedeutet in etwa Fülle oder Menge, "graphie" steht für Registrierung.
Bei der Body-Plethysmographie sitzt sich der Patient in einer luftdicht abgeschlossenen Kammer und atmet über ein Mundstück ruhig ein und aus. Durch die Bewegungen des Brustkorbes entstehen in der Kammer Druckschwankungen. Aus diesen kann der Luftdruck in den Lungenbläschen (Alveolar-druck) ermittelt werden. Durch gleichzeitige Messung des Atemstroms am Mund kann unter Anwen-dung des Ohm-Gesetztes (R=U/I) der Atemwegs-Widerstand "R" (Resistance) bestimmt werden. Hieraus kann der Arzt Rückschlüsse auf den Zustand der Atemwege schließen. Zum Beispiel kann er hier ablesen, ob eine Verengung der Bronchien vorliegt.
Mit einem grafischen Aufzeichnungsgerät werden charakteristische Schleifen gezeichnet, deren Form Hinweise auf die Art der Lungenerkrankung gibt. Auch eine Überblähung der Lunge kann so sicher diagnostiziert werden.

Wie läuft die Body-Plethysmographie ab?
Der Patient sitzt in einer luftdicht abgeschlossenen Kammer und atmet dabei über ein Mundstück ein und aus. Über ein Mikrofon kann er mit der die Untersuchung durchführenden Kinderkrankenschwes-ter Kontakt aufnehmen. Nach dem Ausatmen wird nach Vorankündigung das Atemrohr kurz ver-schlossen; das Kind wird aufgefordert weiter gegen den Widerstand ein- und auszuatmen. Bei der Untersuchung bestehen praktisch keine Risiken. Sie kann schon bei Kindern ab einem Alter von vier Jahren durchgeführt werden.

Bei dieser Messtechnik werden – ähnlich wie bei einer Fledermaus - Schallwellen über einen Laut-sprecher in die Atemwege gesandt, die aber vom Kind nicht wahrgenommen werden. Die Reflexion dieser Schallwellen wird gemessen und erlaubt Rückschlüsse auf eventuelle Widerstände in der Lun-ge und den Atemwegen (z.B. Schleim, Verengungen usw.) sowie auf die Dehnbarkeit und Elastizität der Bronchien.

Der Vorteil dieser Messung ist, dass sie selbst bei ganz jungen Kindern ab dem dritten Lebensjahr schon möglich ist. Risiken von Seiten der Untersuchung bestehen nicht.

Wann wird ein Provokationstest durchgeführt?
Berichtet der Patient oder seine Eltern über Anfälle von Atemnot oder Husten und zeigt die einfache Lungenfunktionsprüfung einen Normalbefund, werden Provokationsmethoden eingesetzt, um so eine nur auf bestimmte Reize auftretende Einschränkung der Lungenfunktion zu diagnostizieren. Dabei sind besonders Anstrengung, die Einatmung von Kaltluft oder die Inhalation eines körpereigenen Botenstoffs, dem Histamin effektive Provokatoren.

Bei der Laufbandbelastung läuft der Patient unter Überwachung auf einem Laufband über einige Minuten mit einer individuell bestimmten Belastung. Anschließend wird gemessen, ob sich die Lungenfunktion nach der Belastung verschlechtert. Die Histaminprovokation schließlich beinhaltet die Inhala-tion eines unspezifischen Reizstoffes (Histamin) in aufsteigender Konzentration mit anschließender Lungenfunktionsmessung.
Durch diese Provokationsmethoden kann in der Regel die Erkrankung Asthma bronchiale zweifelsfrei bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Was ist ein Bronchospasmolysetest?
Er gibt die erste Lungenfunktionsuntersuchung einen krankhaften Befund, so wird mit dem Bronchospasmolysetest untersucht, ob die Messwerte sich nach Inhalation mit einem die Bronchien erwei-ternden Medikament (Betamimetkum, z. B. Salbutamol) normalisieren. Bei vielen Kindern wird man diesen Test auch bei vermeintlich normaler Lungenfunktion anwenden, da unter Umständen auch dann noch eine Verbesserung der Atmung erreicht werden kann. In der Regel wird der Bronchospasmolysetest auch nach den oben genannten Provokationsmethoden durchgeführt.
Mögliche Nebenwirkungen des inhalierten Medikaments sind beschleunigter Herzschlag und innere Erregung. Bei Kindern, bei denen diese Nebenwirkungen bereits einmal aufgetreten sind, kann man auch auf eine alternatives Präparat ausweichen. In aller Regel wird die Inhalation aber problemlos vertragen.

Mehr zur allergologischen Diagnostik erfahren Sie auf der Seite Allergien.