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Abteilung für Schwerbrandverletzte Kinder.

Jedes Jahr müssen in Deutschland 6000 - 7000 Kinder wegen einer Verbrennung oder Verbrühung stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Das Wilhelmstift war eines der ersten Zentren für die Behandlung schwerbrandverletzter Kinder in Deutschland und behandelt heute 250 - 300 Patienten jedes Jahr stationär und viele mehr ambulant.
Neben Verbrennungen werden in den Isolierzimmern der Schwerbrandverletzten-Intensivstation auch Kinder mit schweren generalisierten Hauterkrankungen, wie Toxisch Epidermaler Nekrolyse (TEN) oder Epidermolysis bullosa behandelt.
In der Abteilung für Schwerbrandverletzte werden Kinder mit besonders schweren Verbrennungen und Verbrühungen behandelt. Dazu gehören nach der Leitlinie:

  • Sofortige und gute Schmerzbehandlung
  • Durchführung schmerzhafter Maßnahmen und Verbandswechsel in Narkose
  • Kontinuität der behandelnden Ärzte
  • Betreuung durch verbrennungserfahrene Kinderkrankenschwestern und Pfleger auf allen Stationen

  • Transparente Information über alle Behandlungsschritte
  • Grundsätzlich Mitaufnahme eines Elternteils (meistens der Mutter) während der gesamten Dauer der stationären Behandlung

Die Behandlung der schwerstbrandverletzten Kinder erfolgt auf einer speziellen Schwerbrandverletzten Intensivstation. Hier stehen zwei separate Intensiveinheiten mit modernster Intensivpflege und ein Verbrennungsbad für die Erstversorgung zur Verfügung. Die meisten Kinder können aber auf der Normalstation im Mutter-Kind-Zimmer behandelt werden.
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  • Ausgedehnte Verbrennungen / Verbrühungen, die >10% der Körperoberfläche betreffen
  • III-gradige Verbrennungen / Verbrühungen 
  • Verbrennungen / Verbrühungen an Händen, Füßen, Gesicht oder im Windelbereich

  • Verbrennungen / Verbrühungen bei Kindern im 1. Lebensjahr
  • Inhalationstrauma (Einatmen von Rauchgasen in die Lunge)

Die Verbrennungsbehandlung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Bei den meisten Verbrühungen und Kontaktverbrennungen kommt heute eine Folienbehandlung zur Anwendung, bei der die Zahl der erforderlichen Verbandswechsel, die Dauer des stationären Aufenthaltes und auch die Wahrscheinlichkeit einer Hauttransplantation geringer sind als bei der früher praktizierten Salbenbehandlung.

Trotzdem sind bei ausgedehnten Verbrühungen und vor allem bei Verbrennungen häufig operative Verfahren und Transplantationen erforderlich. Diese werden in unserem Haus von den plastisch-chirurgischen Kollegen des Zentrums für Schwerbrandverletzte des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg Boberg oder von den verbrennungschirurgisch erfahrenen Kinderchirurgen durchgeführt.

Im Vordergrund steht eine möglichst kindgerechte Betreuung, die den kleinen Patienten und ihren Eltern hilft mit dem Trauma und den damit verbundenen Ängsten und Sorgen umzugehen.

Verbrennungen und Verbrühungen sind ein plötzlicher und für Kind und Eltern schrecklicher Unfall, der viele Ängste auslöst. Deshalb ist es extrem wichtig, eine Situation zu schaffen, in der den meist kleinen Kindern ihre wichtigsten Bezugspersonen beistehen können. Daher gehört für uns die Mitaufnahme eines Elternteils dazu.
Dies ist teilweise sogar auf der Intensivstation im Patientenzimmer möglich. Auf der Normalstation erfolgt die Mitaufnahme grundsätzlich im gleichen Zimmer.
Da viele unserer Patienten von weit her kommen, haben wir für Patienten, die länger auf der Intensivstation bleiben müssen, separate Elternzimmer. Die Kosten der Eltern-Mitaufnahme übernimmt bei den schwerbrandverletzten Patienten das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift.

Neben der medizinischen Akutbehandlung gibt es in der Verbrennungsbehandlung noch viele weitere Aspekte:

  • Psychologische Betreuung
  • Physiotherapie
  • Sozialmedizinische Betreuung bei den vielen organisatorischen Problemen, die ein plötzlicher und manchmal langer Krankenhausaufenthalt mit sich bringt
  • Organisation der Nachbehandlung
  • Kompressionstherapie, Schienenbehandlung, Rehabilitation

Die größte Sorge der Eltern ist meist, ob nach einer Verbrennung oder Verbrühung Narben bleiben. Dies können wir leider am Anfang oft nicht sicher vorhersagen, da die genaue Beurteilung der Tiefe am Anfang schwierig ist und die individuelle Abheilung und Tendenz zur Narbenbildung sehr unterschiedlich ist.Wenn eine Transplantation erforderlich ist, bleiben immer Narben. Wenn die Abheilung ohne Operation länger als 2 Wochen dauert, bleiben auch oft Narben, die eine konsequente Nachbehandlung erfordern. Dies ist bei kleinen Narben häufig mit einer Silikon-Folie möglich, bei ausgedehnten Narben oder nach Transplantation muss eine Kompressionstherapie durchgeführt werden.Unsere Nachsorge-Sprechstunde findet jeden Dienstag 9:00 Uhr - 13:00 Uhr statt. Die Langzeitbetreuung erfolgt durch die Ärzte, die auch die Akut-Betreuung geleitet haben. Im Rahmen der Sprechstunde werden alle sich ergebenden Fragen besprochen, die Kompressionskleidung wird überprüft und gegebenenfalls angepasst.Auch Patienten mit Verbrennungsnarben, die initial nicht bei uns behandelt wurden, können jederzeit vorgestellt werden.

 

 

Viele kleinere Verbrühungen oder Kontakt-Verbrennungen können gut ambulant in der Praxis behandelt werden. Wenn sich aber Fragen bezüglich der Tiefe oder der optimalen Behandlungsmethode ergeben ist eine Vorstellung jederzeit möglich, am besten nach telefonischer Anmeldung und Terminabsprache.

Die Entlassung aus der stationären Behandlung ist heute oft viel früher möglich als noch vor 10 Jahren, da mit modernen Verbandstechniken nach der initialen Narkose-Versorgung oft schmerzfreie Verbandswechsel möglich sind. Diese können meist ohne Schmerzmittel ambulant auf dem Schoß der Mutter durchgeführt werden.
Da es grade in der Abheilungsphase wichtig ist, dass die behandelnden Ärzte und Schwestern den Ausgangsbefund kennen und mit der Verbandstechnik vertraut sind, bieten wir nach der Entlassung immer eine Weiterbehandlung bis zur Abheilung an.

Grundsätzlich werden alle operativen Verfahren zur Narbenkorrektur durchgeführt. Wenn keine wesentliche funktionelle Beeinträchtigung (z.B. Gelenkkontrakturen) vorliegen, ist es aber oft ratsam mit einer Operation zu warten, bis die Narbe nach einigen Jahren ausgereift ist, und zunächst die konservativen Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen. Dies kann nur im Rahmen einer Vorstellung besprochen werden.

Die Sprechstunde für brandverletzte Kinder und ihre Eltern im BG - Unfallkrankenhaus in Hamburg Bergedorf findet Mittwochs zwischen 11:00 und 13:00 Uhr statt. Hier erfolgt die Betreuung durch die plastisch-chirurgischen Kollegen, die die Operationen im Wilhelmstift durchgeführt haben.
Terminabsprache über das Sekretariat Tel.: 040 / 7306-3907.

Wir bekommen oft Anfragen aus dem Ausland zur Behandlung von akuten Verbrennungen oder zu Narbenkorrekturen nach Verbrennungen. Grundsätzlich sind uns alle Patienten willkommen, eine Anfrage macht aber nur Sinn, wenn es aussagekräftige Informationen (deutsch, englisch, spanisch) zu Unfallmechanismus, bisheriger Behandlung und vor allem aktuelle Fotos existieren.

Paulinchen – die Initiative für brandverletzte Kinder e.V. – wurde 1993 gegründet, um Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen ihrer Kinder zu beraten, bei Problemen in der Rehabilitationszeit zu helfen sowie präventiv auf die Unfallursachen hinzuweisen.

Die Paulinchen-Hotline ist kostenlos telefonisch zu erreichen: 0800 / 0112123.
Auf der Website gibt es vielfältiges Informationsmaterial zur Behandlung und Prävention von Verbrennungen und Verbrühungen: www.paulinchen.de