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Asthma bronchiale.

5 bis 11% aller Kinder entwickeln bis zum elften Lebensjahr ein Asthma bronchiale. Von diesen Kindern sind viele auch heute noch nicht oder unzureichend behandelt.
Dabei verteilt sich der Schweregrad des Asthma  wie in der nebenstehenden Abbildung.
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Aufgrund verschiedener Ursachen kommt es zu einer chronischen Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut. Unbehandelt kann Asthma bronchiale zu einer schweren irreversiblen (nicht wieder rückgängig zu machenden) Schädigung der Lungen führen.

Chronischer Husten, Atemnot, häufiges Räuspern, Giemen und Brummen über den Atemwegen sind typische Symptome für diese chronische Atemwegserkrankung. Aber auch mangelnde Belastbarkeit bei körperlicher Anstrengung und gehäuft auftretende und auffallend schwer verlaufende Atemwegserkrankungen können auf ein Asthma bronchiale zurückzuführen sein.

Die Diagnose stützt sich auf eine sorgfältige Anamnese, die körperliche Untersuchung sowie die Messung der Lungenfunktion mit Hilfe speziell auf die Kinder ausgerichteter Geräte. Die Lungenfunktionsuntersuchung umfasst dabei die Spirometrie, die Bodyplethysmographie ebenso wie die Impuls-Oszillometrie (IOS)in Ruhe, unter Belastung (Laufbandprovokation) sowie in Einzelfällen mittels Histaminprovokation. Eine besondere Herausforderung stellt die Diagnostik einer obstruktiven, d.h. die Atemwege verengenden Lungenerkrankung bei kleinen Kindern dar. Hier ist der Arzt auf Verfahren angewiesen, die von der Kooperation des Kindes unabhängig sind. Bei Kleinkindern kann er dabei oft auf die Ergebnisse der Impuls-Oszillometrie (IOS) zurückgreifen, bei der das Kind lediglich über ein Mundstück ein- und ausatmen muss.

Auch die Behandlung der Erkrankung unterscheidet sich im Kindesalter von der bei Erwachsenen, außerdem muss bei den Kindern noch zwischen Säuglingen, Klein- und Schulkindern sowie Jugendlichen differenziert werden.Die Therapie des Asthma bronchiale stützt sich auf die Behandlung der bestehenden Allergien, eine Verbesserung des Umfeldes, die medikamentöse Therapie und die Asthma-Schulung.Bei der Behandlung der zu Grunde liegenden Allergien steht die systemische Immuntherapie als einzige verfügbare kausale Therapie im Vordergrund. Besonders gute Erfolgsaussichten bestehen hierbei nur, wenn der Patient ein möglichst enges Spektrum an Allergien hat und die Asthma-Erkrankung noch nicht zu lange besteht. Dies trifft insbesondere auf das allergische Pollenasthma zu.Die Meidung von auslösenden Faktoren des Asthma bronchiale kann eine wichtige Rolle im Therapiekonzept der Erkrankung spielen. Tabakrauch, eine besonders hohe Schimmelpilzbelastung oder auch der Kot der Hausstaubmilbe sind bekannte häufige Auslöser für eine Verschlechterung der Lungenfunktion bei den Kindern. Eine Vermeidung dieser Faktoren bessert oft die Symptome deutlich.Bei der medikamentösen Therapie steht heute die Behandlung der chronischen Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut im Vordergrund. Wir unterteilen die Medikamente in zwei Gruppen:Die Controller sind Substanzen, die für eine dauerhafte Anwendung vorgesehen sind und keine oder nur geringe Akutwirkung besitzen. Hierzu gehören das Dinatriumcromoglycin (DNCG), die inhalativen Kortikoide, die langwirksamen Betamimetika sowie die Leukotrienantagonisten.Die Reliever helfen im akuten Schub der Erkrankung, die Atemnot zu lindern, sind also reine Notfallmedikamente. Hierzu zählen die kurzwirksamen Betamimetika, die Parasympatholytika sowie das Theophyllin. Die Asthma-Schulung verfolgt das Ziel, den Kindern zu ermöglichen, im Alltag mit ihrer Krankheit souverän und selbstständig umgehen zu können. Dazu wurde eine spezielle Kinder-Schulung entwickelt, die auch im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird. Die Kinder werden dabei in Notfallmaßnahmen geschult und lernen ihren Körper mit den Symptomen ihrer Erkrankung besser kennen. So können sie selbstständig Verschlechterungen ihrer Lungenfunktion erkennen und frühzeitig behandeln. Die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten wird gemindert, die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Kinder steigt.

Die Prognose des kindlichen Asthmas ist schlechter als vielfach angenommen. So ist es nicht richtig, dass die Kinder während der Pubertät in der Regel ihr Asthma verlieren. Ca. die Hälfte aller Kinder mit Asthma haben auch als Erwachsene Asthmabeschwerden. Ist das Asthma schon in der Kindheit als schwergradig anzusehen, werden nur wenige (ca. 10%) als Erwachsene symptomfrei. Nur bei leichtgradigem Asthma im Kindesalter verlieren zwei Drittel der Patient ihre Symptome und müssen nicht weiter behandelt werden.
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung und sollte daher in der Regel auch koninuierlich behandelt werden. Durch den richtigen Einsatz der Medikamente kann ein völlig normales Leben geführt und das Auftreten von Komplikationen und Folgeerkrankungen verhindert werden.