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Minus XXL.

Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Adipositas ist, wie das deutsche Wort Fettleibigkeit sagt, eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe. Diese weit über das normale Maß hinausgehende Speicherung von Fett birgt in sich hohe Risiken von Begleit- und Folgeerkrankungen. Dies auch schon im Kindes- und Jugendalter.

Die Menschen in Deutschland werden immer dicker. Wir haben die meisten übergewichtigen Bürger in der Europäischen Union. Diese Entwicklung ist auch an unseren Kindern nicht spurlos vorüber gegangen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit gesundheitsgefährdendem Übergewicht seit den 80er Jahren verdoppelt hat.

Energieaufnahme (Essen und Trinken) und Energieverbrauch (Bewegung) sind nicht mehr im Gleichgewicht. Wir essen zu viel und bewegen uns zu wenig. Was nicht verbraucht wird, speichert der Körper in Form von Fett.

Ja. Unsere Erbanlagen haben Einfluss auf unser Hunger –und Sättigungsgefühl und auf die Regulation der Fettmasse. Der Grundumsatz gibt an, wie viel Energie (Kcal) wir in Ruhe verbrauchen. Dieser Grundumsatz ist durch unsere Erbanlagen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Menschen mit Neigung zum Übergewicht verbrauchen eher wenig Energie in Ruhe.

Ja, denn dahinter steht die Frage, ob andere Krankheiten zur Adipositas führen. Dieses ist aber nur bei zwei von 100 Menschen die adipös sind der Fall. Diese Krankheiten gilt es zu erkennen und zu behandeln.

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", dieses Zitat hat sicher schon jeder gehört. Besonders einleuchtend wird dies aber, wenn wir über Körperlänge und Körpergewicht reden. Natürlich ist ein 6-jähriger Junge nicht so groß wie ein 16-jähriger Teenager. Auch können wir alle bestätigen, dass es Unterschiede in der Körperstatur der beiden geben wird. Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind ebenfalls allen geläufig. Aus diesem Grunde gibt es auch deutliche Unterschiede in den Normalwerten für Länge und Gewicht von Jungen und Mädchen in den verschiedenen Altersstufen. Die beiden Geschlechter unterscheiden sich besonders ab der Pubertät.

Um dennoch eine Aussage für den Einzelnen treffen zu können, wurden Normalverteilungskurven (Percentilenkurven) entwickelt. Mit Hilfe dieser Kurven kann man die individuellen Größen- und Gewichtswerte mit Gleichaltrigen vergleichen. Die Normverteilungskurven sind den meisten Deutschen aus den Vorsorgeheften (gelbe Hefte) bekannt, denn dort trägt der Kinderarzt bei jeder Vorsorge Länge und Gewicht ein.

Um nun das Ausmaß eines Übergewichtes bestimmen zu können, reicht das Gewicht alleine nicht aus. Schließlich ist es ein Unterschied, ob ich 80 Kilogramm wiege und 130 cm oder 180 cm groß bin. (Bild: Kinder mit unterschiedlicher Größe u. gleichem Gewicht) Man sollte also das Gewicht auf die Körperlänge beziehen. 

Wir benutzen hierfür den Body-Mass-Index. Der Body-Mass-Index berechnet sich aus folgender Formel:

Auch für den BMI gibt es eine Percentilenkurve.
Mit Hilfe dieser BMI-Percentilen kann jeder sich in seine Gewichtsklasse einteilen. Liegt er oberhalb der 97er Percentile, spricht man von Adipositas, liegt er oberhalb der 99,5er Percentile, spricht man von extremer Adipositas.

Ja. Die bekanntesten Folgeerkrankungen sind hoher Blutdruck, Störung des Fettstoffwechsels, Zuckererkrankung und Erkrankungen der Gelenke und des Bewegungsapparates. Auch die Seele leidet stark unter dem Gewicht.

Leider ja. In etwa 1/4 bis 1/3 der bei uns untersuchten Patienten mussten wir dieses leider feststellen.

Ja. Eine langsame stetige Gewichtsabnahme kann die Folgeerkrankungen rückgängig machen und das Auftreten von Begleiterkrankungen verhindern. Je länger die Adipositas besteht, desto größer ist die Möglichkeit von Folgeerkrankungen. Je früher man einschreitet, desto größer ist die Erfolgsaussicht.