Plastisch-rekonstruktive Gesichtschirurgie

Blutschwämme/Gefäßfehlbildungen (vaskuläre Anomalien)

Gefäßfehlbildungen (vaskuläre Anomalien)

Blutschwämme (Haemangiome/ regressive Gefässtumore), Gefäßfehlbildung (Venöse Malformationen, kapillare Malformationen (Naevus flammeus), lymphatische Malformationen) und Riesenmuttermale (Riesennävi) zählen zu den häufigsten Läsionen der Gesichtshaut im Kindesalter. Die Therapie erfolgt in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Dermatologie und der Kinderchirurgie am KKW. Bei ausgedehnten kapillaren Malformationen (Sturge-Weber-Syndrom) hat sich die Reduktionsplastik zum Erhalt der Gesichtskontur als psychologisch vorteilhaft bewährt.

Die Abteilung für Dermatologie verfügt über eine herausragende Erfahrung in der medikamentösen Therapie des Hämangioms, in nur seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich. Venöse-, kapilläre und arterio-venöse Malformationen werden nach klinischer Abklärung mit der Abteilung für Dermatologie, Kinderchirurgie und Radiologie durch Laser, und chirurgisch behandelt. Nach Durchführung konservativer Therapien (Hämangiom), erfolgt die chirurgische Entfernung des Restbefunds im Sinne einer Konturoperation im Gesicht (Stirn, Augenlider, Nase, Wangen, Ohrmuschel, Lippen, Kinn) (Abb.32-34). Volumendefizite werden durch Aufbau der betroffenen Fettkompartimente mit Eigenfett korrigiert (Abb.34)

Abbildung 32
Abbildung 32: Sechs-jähriger Junge mit einer prominenten Nase nach Involution und Lasertherapie eines Haemangioms (links). Reduktionsplastik der Nase 2 Jahre postoperativ (rechts).
Abbildung 33
Abbildung 33: 10-jähriges Mädchen mit ausgedehnter Alopesie (fehlende Haare) im Bereich der behaarten Kopfhaut als Folge eines Hämangioms nach Lasertherapie (links).  Einbau eines Hautexpanders zur progressiven Dehnung der benachbarten gesunden Kopfhaut (Mitte). Zustand 6 Monate nach Rekonstruktion mit vorgedehnter Kopfhaut (rechts)

Beim Sturge-Weber-Syndrom (angeborene Gefäßfehlbildung/ kapilläre Malformation),  sind ausgedehnte Bereiche des Gesichts betroffen. Unser Ziel ist, die Kontur des Gesichts zu korrigieren. Sehr oft werden Lippen und Nase reduziert. Durch Anwendung von Tumeszenzlösung (verdünntes Lokalanästhetikum und Adrenalin; 6ml/kg/KG) ist die Operation blutarm durchführbar.

 

Abbildung 34
Abbildung 34: 14-jähriges Mädchen nach Verlust der Augenbraue als Folge eines Hämangioms nach Lasertherapie (links). Anzeichnung der Schnittführung zur Hebung eines gefäßgestielten Lappens der Kopfhaut (gestielter Lappen Art. temporalis) (oben, Mitte). Zwei Jahre nach Rekonstruktion der Augenbraue, 6 Monate nach Aufbau der vernarbten Haut an der Schläfe mit Eigenfett (links)

Muttermale (Naevi)/ Riesenmuttermale (Riesennaevi)

Muttermale/ Riesenmuttermale im Gesicht stellen eine der größten Herausforderungen in der plastisch- rekonstruktiven Gesichtschirurgie im Kindesalter dar. Wir bevorzugen die Dehnungsplastik und Resektion in mehreren Schritten. Ziel ist es, die Narben unter Berücksichtigung der regionalen ästhetischen Einheiten in natürliche Falten zu legen. Bei Riesennaevi mit völliger Beteiligung einer ästhetischen Einheit (Nase, Wange, Stirn) verwenden wir Hautexpander (Tissue expander). Dies erfolgt durch die Implantation eines Ballons unter die benachbarte, gesunde Haut. Der Ballon wird täglich durch die Eltern über einen externen Port mit steriler Kochsalzlösung (NaCl 0.9%) aufgefüllt, sodass die benachbarte Haut sukzessiv gedehnt wird. Die herkömmlichen Hautexpander sind meistens zu groß, sodass wir oft individuell angefertigte Expander verwenden. Nach ca. 8-12 Wochen wird der Hautexpander entfernt. Durch die vorgedehnte Haut kann das Gesicht nach dem Prinzip der regionalen ästhetischen Einheiten rekonstruiert werden (Abb. 35-37).

Weitere Informationen zum Thema „Muttermale“ finden Sie über die Selbsthilfegruppe Naevus-Netzwerk Deutschland e. V. unter www.naevus-netzwerk.de.

Abbildung 35
Abbildung 35: Naevus (Muttermal) mit Beteiligung der Wange und Nasenrücken zwei Wochen nach Einbau eines individuell angefertigten Gewebeexpanders (Tissue expander). Der Port (Abb. 23) bleibt draußen und wird täglich von den Eltern aufgefüllt (unten rechts: Injektion von Kochsalzlösung in den Port zur Hautexpansion). Je nach Ausdehnung werden mehrere Expander angewandt.
Abbildung 36
Abbildung 36: Naevus Schläfe rechts (linkes Bild). Hautexpander zur Dehnung der Stirnhaut (Mitte). Postoperatives Ergebnis 1 Jahr nach Entfernung des Naevus und Defektdeckung mit vorgedehnter Stirnhaut. 
Abbildung 37
Abbildung 37: Naevus Nasenflügel links (links). Anatomische Darstellung einer gefäßgestielte Hautverschiebeplastik (subkutan gestielter Perforatorlappen). Ergebnis 1 Jahr postoperativ.  
*Abbildung in Feinendegen DL, Langer MF, Roldán JC. Refinement of Nasal Reconstruction with a V/Y-alar-perforator Flap. Plast Reconstr Surg Glob Open. 2017;5(1):e1195. 
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