Überzählige Finger und Zehen (Polydaktylie)

An der Hand sind Doppelungen von Daumen am häufigsten, an den Füßen Doppelungen von Kleinzehen, gefolgt von Großzehendoppelungen. 
Die Operation besteht in den meisten Fällen nicht aus einer einfachen Amputation. Außer bei den flottierenden Doppelungen sind zusätzlich immer Band- und Gelenkrekonstruktionen sowie Knochenverschmälerungen nötig.

Daumendoppelung

Bei einfachen Doppelungen kann durch Entfernen des schlechter entwickelten Daumens ein normaler Daumen geschaffen werden. Häufig verlaufen zusätzlich die Sehnen falsch und die Knochen sind deformiert. Für einen bestmöglichen Daumen müssen diese beim ersten Eingriff mit korrigiert werden, um einen geraden, stabilen und gut einsetzbaren Daumen zu schaffen. Kontrollen im Wachstum sind wichtig, um spätere Veränderungen zu erfassen und früh korrigieren zu können. Der Eingriff ist im 2. Lebensjahr zu empfehlen. 

Kleinfingerdoppelung

Sie ist meistens nicht kompliziert aufgebaut und daher gut zu korrigieren. Oft liegt die Doppelung als flottierender Anhängsel vor oder als Doppelung auf Grundgelenkshöhe.

Mittige Doppelung (zentrale Polysyndaktylie)

Bei ihnen ist der Ringfinger gedoppelt. Die gedoppelten Ringfinger sind miteinander und mit dem Mittelfinger verschmolzen (Syndaktylie). In der schwereren Form ist die Doppelung knöchern auf Grundgelenkshöhe mit dem Mittelfinger verbunden. Sie sind wegen zusätzlicher Knochendeformierungen, Gelenksteifen und atypischer Sehnenverläufe am schwierigsten zu behandeln. Wachstumskontrollen in größeren Abständen sind erforderlich, weil im Wachstum weitere Probleme wie Wachstumsstörungen oder Achsfehlstellungen auftreten können.

Kleinzehendoppelung

Bei den Kleinzehendoppelungen sind beide Kleinzehen verändert und verkürzt. Die Doppelung kann auch den Mittelfußknochen betreffen. Man entfernt die schlechter entwickelte Zehe, um breite Vorfüße und später Druckstellen in festem Schuhwerk zu verhindern. Diesen Eingriff kann man vor dem Laufen lernen durchführen aber auch danach. Die Operation verschlechtert das gerade erlernte Laufen nicht.

Großzehendoppelung

Sie ist am häufigsten auf Grundgelenkshöhe gedoppelt. Wieder entfernt man die schlechter entwickelte der beiden Zehen. Der erste Mittelfußknochen kann zusätzlich verkürzt sein und ein atypische bogenförmige Wachstumsfuge aufweisen (Deltaphalanx). In diesem Fall muss der 1. Mittelfußknochen begradigt und die atypische Wachstumsfuge reseziert werden, um das Längenwachstum zu verbessern.

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