Gutartige Tumore

Unter gutartigen Knochentumoren wird eine heterogene Gruppe von Tumoren zusammengefasst, die vom Knorpel- oder Knochengewebe ausgehen und meist langsam wachsen. Radiologisch stellen sich diese Tumore scharf begrenzt und ohne wesentliche Weichteilbeteiligung dar. Eine operative Therapie mit ihrer Entfernung ist meist nur bei  Schmerzen oder der Gefahr von Knochenbrüchen erforderlich. Gutartige Knochentumoren kommen deutlich häufiger vor als bösartige. Falls bei entsprechenden Tumoren geringste Unklarheiten bzgl. ihrer Gutartigkeit bestehen sollten, ist die Entnahme einer Gewebeprobe mit histologischer Untersuchung erforderlich. In den meisten Fällen kann die Abgrenzung zu bösartigen Tumoren jedoch anhand der körperlichen und radiologischen Untersuchung (Röntgen, MRT) festgestellt werden.

Juvenile Knochenzyste

Die juvenile oder solitäre Knochenzyste ist eine im Kindesalter häufig vorkommende, gutartige tumorähnliche Knochenläsion. Die Läsion tritt fast ausschließlich zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr auf. Die Zyste führt zu einer teilweisen Auflösung und Ausdünnung des umgebenden Knochens. Die häufigsten Lokalisationen sind das körpernahe Ende des Oberarmknochens und das körpernahe Ende des Oberschenkelknochens. Grundsätzlich kann die juvenile Knochenzyste aber im gesamten Skelett auftreten. Die Zyste selbst verursacht in der Regel keinerlei Beschwerden und kann von außen weder gesehen noch getastet werden. Die Diagnose wird meistens erst im Rahmen einer Röntgenuntersuchung „zufällig“  gestellt oder wenn durch die Ausdünnung des Knochens ein Bruch aufgetreten ist. Bei Unklarheiten, insbesondere zur Abgrenzung zu der sogenannten aneurysmatischen Knochenzyste, muss ergänzend ein MRT des betroffenen Bereiches durchgeführt werden. In vielen Fällen sind Verlaufskontrollen der Läsion ausreichend, da sich die Läsionen häufig spontan zurückbilden. Sollte die Zyste jedoch eine gewisse Größe und Ausdünnung des betroffenen Knochenbereiches überschreiten und damit das Risiko für das Auftreten eines Knochenbruches deutlich erhöhen, kann eine operative Therapie erforderlich werden. Insbesondere bei großen Zysten im Bereich des körpernahen Oberarms- und Oberschenkelknochens mit hoher Bruchgefahr, ist  eine Stabilisierung des Knochens mit speziellen Nägeln (ESIN/ Prevotnägeln), die den Knochen von innen schienen, notwendig. Auch das Einbringen von Medikamenten in die Zyste ist eine mögliche Therapieoption. Kleinere Knochenzysten heilen in der Regel folgenlos spontan aus.

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Solitäre und multiple hereditäre Exostosen

Multiple Osteochondrome sind gekennzeichnet durch mehrere knöcherne, mit Knorpel gedeckte Auswüchse der langen Knochen. Es handelt sich um eine meist autosomal-dominante erbliche Erkrankung. Die Osteochondrome entstehen und wachsen ab dem 1. Lebensjahrzehnt, bis sich in der Pubertät die Wachstumsfugen schließen. Osteochondome sind gestielt oder sitzen breitbasig dem Knochen auf. Ihre Größe variiert und ihre Zahl ist zwischen verschiedenen betroffenen Familien und auch in der gleichen Familie sehr unterschiedlich. Die meisten der gutartigen Knochenwucherungen verursachen keine Symptome und benötigen dann auch keine Therapie. Osteochondrome können zu mechanischen Beeinträchtigungen führen und Schmerzen, Funktionsstörungen der Gelenke und Muskeln, Fehlstellungen und Kompression von Nerven oder Blutgefäßen verursachen. Zudem kann es zu Achsabweichungen durch eine anatomische Nähe zu den Wachstumsfugen kommen.

Bei entsprechenden Problemen sollte eine operative Therapie erwogen werden. Die operativen Möglichkeiten umfassen hierbei die Resektion der schmerzhaften oder störenden Knochenwucherung, sowie die Korrektur der sekundär durch die Erkrankung entstandenen Fehlstellungen. Hier kommen je nach Befund unter anderem eine Wachstumslenkung oder eine Korrektur mittels Knochendurchtrennung in Betracht. Der Operationszeitpunkt an sich sollte jedoch nicht zu früh gewählt werden, da es im Verlauf zu einem erneuten Auftreten einer Exostose kommen könnte.

Die größte Gefahr der Erkrankung liegt in der möglichen Entartung in einen bösartigen Tumor. Dieses Risiko liegt bei ca.1-2 Prozent und tritt am ehesten bei großen, stammnahen Knochenwucherungen im 3. Lebensjahrzehnt auf. Abzugrenzen sind die solitären Exostosen/ Osteochondrome:
Hier treten an unterschiedlichen Lokalisationen einzelne Exostosen auf. Eine Entfernung dieser Exostosen ist nur bei klinischen Problemen erforderlich.

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