Angeborene und erworbene Fußdeformitäten

Angeborene und erworbene Fußdeformitäten, dies sind beispielsweise der Klumpfuß, der Knick-Senk-Fuß und der Sichelfuß

Die Klumpfußbehandlung

Der kongenitale Klumpfuß wird nach der Ponseti-Methode behandelt. Die Behandlung erfolgt bei uns in einer wöchentlichen Spezialsprechstunde. Mit den folgenden Informationen möchten wir Sie über den Klumpfuß aufklären und mit der Behandlung vertraut machen. 

Was ist ein Klumpfuß?

Der Klumpfuß stellt beim Neugeborenen die häufigste Deformität der Knochen und Gelenke dar. Er tritt in einer Häufigkeit von ca.1 auf 1.000 Neugeborene auf. Obwohl die Ursache nicht endgültig geklärt ist, scheint der Klumpfuß eine genetisch bedingte Fehlbildung zu sein. Das Verhalten der Eltern vor oder während der Schwangerschaft hat mit der Entwicklung eines Klumpfußes nichts zu tun.

Den Eltern eines sonst gesunden, mit Klumpfüßen geborenen Kindes kann versichert werden, dass ihr Baby nach Behandlung durch einen in der Methode erfahrenen Arzt einen normal aussehenden Fuß mit im Grunde normaler Funktion haben wird. Der korrekt behandelte Klumpfuß stellt keine Behinderung dar und erlaubt der betroffenen Person ein aktives, normales Leben zu führen.

Die Wahrscheinlichkeit, ein zweites Kind mit einem Klumpfuß zu bekommen, liegt bei einer Wahrscheinlichkeit von ca. 1 zu 30.
 

Die Behandlung nach der Ponseti-Methode

Die Ponseti-Behandlung sollte bei einem reifen Neugeborenen innerhalb der ersten Lebenswochen beginnen, um den Vorteil der Elastizität des Gewebes in diesem Alter zu nutzen. Der Fuß wird jede Woche schonend manipuliert, um die kurzen und festen Bänder und Sehnen an der Innen-, Rück-  und Unterseite des Fußes zu dehnen. Anschließend wird ein Gips von den Zehen bis zur Leiste angelegt. Der Gips hat die Aufgabe, die durch die Manipulation erreichte Korrektur zu halten und entspannt das Gewebe bis zur nächsten Manipulation. Auf diese Weise werden die fehlstehenden Knochen und Gelenke nach und nach in ihre korrekte Position und Ausrichtung gebracht. 

Die Durchblutung der Zehen sollte nach Anlage des Gipses in den ersten 6 Stunden stündlich und danach vier Mal täglich kontrolliert werden. Drücken Sie leicht auf die Zehen und beobachten Sie die Rückkehr der Blutversorgung. Die Zehen werden bei guter Durchblutung zunächst weiß und anschließend wieder ihre rosa Farbe annehmen. Sind die Zehen dunkel und kalt und werden bei Druck nicht blass, kann dies ein Zeichen für einen zu engen Gips sein. Der Gips muss dann umgehend entfernt werden. Achten Sie auch auf die Position der Zehenspitzen in Bezug zum Gipsrand. Die Zehen reichen exakt bis zum Rand des Gipses. Rutscht der Fuß nach oben in den Gips hinein, verschwinden die Zehen im Gips. In dieser Situation muss der Gips ebenfalls zügig entfernt werden, da ansonsten Druckstellen auftreten können. Nehmen Sie bitte in einem solchen Fall direkt Kontakt mit uns auf. Nachts und an den Wochenenden erreichen Sie uns über die Notaufnahme. 

Der Gips muss sauber und trocken gehalten werden. Sollte der Gips verschmutzen, kann er mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Der Gips sollte auf einem Kissen oder einer weichen Unterlage gelagert werden, bis er ausgetrocknet und hart ist. Liegt Ihr Kind auf dem Rücken, sollte unter den Gips ein Kissen gelegt werden, das knapp bis an die Fersen reicht. Dies verhindert mögliche Druckstellen an den Fersen. Der obere Rand des Gipses darf nicht bis in die Windel reichen, da ansonsten Urin und Stuhl in den Gips gelangen kann. Windeln mit elastischen Bündchen sind von Vorteil. Alle 7 Tage wird der Gips gewechselt.
  
Sollten Sie Folgendes beobachten, müssen Sie ohne Verzögerung Kontakt zu Ihrem Arzt aufnehmen oder sich in unserer Notaufnahme vorstellen:

  • Jegliche Sekretion oder ausgeprägter Geruch aus dem Gips
  • Rötung, Irritation oder offene Stellen im Bereich des Gipsrandes
  • Schlechte Durchblutung der Zehen 
  • Herausrutschen des Beinchens aus dem Gips
  • Unerklärliches Fieber über 38.5˚C ohne Hinweise auf eine Erkältung oder einen viralen Infekt

Dauer der aktiven Behandlung

In den meisten Fällen sind fünf bis sieben Gipse (jeweils von den Zehen bis zur Leiste und mit dem Knie in 90 Grad Beugung) über einen Zeitraum von fünf  bis sieben Wochen ausreichend, um die Klumpfußdeformität zu korrigieren. Selbst sehr steife Füße benötigen nicht mehr als acht bis neun Gipse bis zur maximalen Korrektur. Röntgenaufnahmen des Fußes sind, außer in komplexen Fällen, nicht notwendig. Der Orthopäde kann die Position der Fußknochen und die erreichte Korrektur mit seinen Händen durch den Tastbefund beurteilen.
 

Abschluss der aktiven Behandlung

Ein kleiner operativer Eingriff ist in den meisten Fällen notwendig, um eine komplette Korrektur zu erreichen: die Durchtrennung der Achillessehne auch Achillessehnentenotomie genannt. 

Wir führen diesen Eingriff in der Regel in einer Kurznarkose durch. 

Die tastbar verkürzten Achillessehne wird mit einem schmalen Skalpell komplett durchtrennt. Der letzte Gips wird angelegt. Bis zum Zeitpunkt der Gipsentfernung nach 3 Wochen regeneriert sich die Sehne in korrigierter Länge und Stärke. Zum Abschluss der Behandlung erscheint der Fuß etwas überkorrigiert, ähnlich einem Plattfuß, welches sich im Verlauf spontan wieder gibt. 
 

Erhalt der Korrektur – Die Fuß-Abduktions-Schiene

Der Klumpfuß hat ausgeprägte Rückstellkräfte, und zeigt die Tendenz, nach erfolgreicher Korrektur wieder in die Fehlstellung zurückzukehren. Um dies nach Abnahme des letzten Gipses zu verhindern, ist die Versorgung mit einer Fußabduktionsschiene erforderlich. Dies ist unabhängig davon, ob eine Durchtrennung der Achillessehne erfolgt ist oder nicht. Die Schienen bestehen aus geraden Schuhen mit einem hohen Schaft und freien Zehen, die an den Enden einer längenverstellbaren Schiene fixiert sind. Der Abstand zwischen den Fersen sollte der Schulterbreite des Kindes entsprechen. Manchmal muss der Schuh nachbearbeitet werden, um ein Herausrutschen des Fußes zu verhindern. Die korrekte Einstellung der Schiene wird durch uns vorgenommen. Der Schuh auf der Klumpfußseite muss in 60 bis 70 Grad, der normale Fuß (bei einseitigem Klumpfuß) in ca. 30 bis 40 Grad Außendrehung fixiert werden. Die Schiene wird für 3 Monate 23 Stunden täglich angelegt, und darf nur für die Körperpflege abgenommen werden. Anschließend wird die Schiene bis zum 5.Geburtstag nachts und während des Mittagsschlafs verwendet, so dass eine Gesamttragedauer von 12-14 Stunden erreicht wird. 

Während der ersten und zweiten Nacht mit der neuen Schiene kann das Kind die aneinander fixierten Beine als ungewohnt empfinden. Es muss sich an die neue Situation erst gewöhnen. Von entscheidender Wichtigkeit ist es, in dieser Situation die Schiene nicht zu entfernen. Es ist bei unzureichender Schienenanlage unweigerlich mit einem Rezidiv der Klumpfußdeformität zu rechnen. Nach der zweiten Nacht haben sich die meisten Kinder an die Schiene gewöhnt. 

Während der schienenfreien Zeit braucht das Baby keine Schuhe zu tragen, bei Laufbeginn können normale Schuhe ohne Einlagen getragen werden oder das Kind kann barfuß laufen. Die  Fuß-Abduktions-Schiene wird nur nach vollständiger Korrektur durch Manipulationen, seriellen Gipsanlagen und in den meisten Fällen der Durchtrennung der Achillessehne verwendet. 

Selbst bei sehr guter Korrektur zeigt der Klumpfuß die Neigung zum Rezidiv. Die Fuß-Abduktions-Schiene ist die einzige erfolgreiche Methode, ein Rezidiv zu verhindern. Wird sie nach Anleitung verwendet,  ist sie in 90% aller behandelten Fälle effektiv. Die Verwendung der Schiene verursacht keine Verzögerung der motorischen Entwicklung in Bezug auf Sitzen, Krabbeln und Laufen.

Anleitung zur Verwendung der Fuß-Abduktions-Schiene

Es sollten immer Baumwollsocken verwendet werden, die den Fuß überall dort abdecken, wo er mit dem Schuh in Kontakt kommt. Die Haut des Kindes kann nach der langen Gipsbehandlung sehr empfindlich sein. Für die ersten zwei Tage kann es daher sinnvoll sein, zwei Paar Socken überzuziehen. Sollte sich das Kind bei der Schienenanlage sträuben, sollte zunächst der „schlechtere“ Fuß fixiert werden. In Kniebeugung wird der Fuß tief in den Schuh eingesetzt und dann mit dem mittleren Riemen fest im Schuh gehalten. Das verwendete Loch im Lederriemen sollte nicht markiert werden, da sich das Leder mit der Zeit dehnt und die Markierung nutzlos wird. Kontrollieren Sie, ob die Ferse des Kindes ganz unten im Schuh ist, indem Sie am Unterschenkel nach oben und unten ziehen. Bewegen sich die Zehen vor und zurück, muss der Riemen fester gezogen werden. Es kann eine Markierung auf der Sohle angebracht werden, um die Position der Zehenspitzen zu markieren. Ist die Ferse in der richtigen Position, müssen die Zehen bis an oder über die Markierung hinaus zu liegen kommen. Ziehen Sie die restlichen Laschen zu. Gefährden Sie jedoch nicht die Durchblutung des Fußes.  

Der mittlere Riemen ist der wichtigste, da er die Ferse fixiert. Die restlichen Laschen helfen, den Fuß im Schuh zu halten. Die Zehen dürfen mit dem Wachstum etwas über den Schuhrand ragen, aber die Zehen dürfen sich nicht um den Rand herum krallen.

Hilfreiche Hinweise zur Fuß- Abduktions-Schiene

Erwarten Sie etwas Widerstand von Ihrem Kind in den ersten zwei Tagen der Schienenbehandlung. Dies liegt nicht daran, dass die Schiene schmerzhaft ist, sondern vielmehr weil sie etwas Neues und Unbekanntes darstellt. Spielen Sie mit Ihrem Kind in der Schiene. Dies ist wichtig, um die Frustration des Kindes abzubauen, da es seine Beinchen nicht unabhängig voneinander bewegen kann. Dem Kind muss beigebracht werden, dass die Beine durch simultanes Kicken trotz Schiene bewegt werden können. Als Eltern können Sie den Querbügel sanft vor- und zurückziehen, um das Kind an die simultane Streckung und Beugung der Knie zu gewöhnen. Lassen Sie die Schiene zur Routine werden. Kinder akzeptieren diese Behandlung wesentlich besser, wenn sie zur Routine des täglichen Lebens gemacht wird. Während der Zeit, in denen die  Schiene nachts und zum Mittagsschlaf angelegt wird, wird sie zum Ritual des „Schlafengehens“ dazugehören. Wenn Sie möchten, können Sie den Querbügel mit Klebestreifen für Fahrradgriffe oder Tennisschläger abpolstern. Durch Polsterung des Querbügels werden das Kind, die Eltern und letztlich die Möbel vor Schäden geschützt. 

Hautrötungen sollten nicht mit Hautlotion behandelt werden. Etwas Rötung ist normal in der Schienenbehandlung. Hellrote Flecken oder Blasen im Fersenbereich entstehen generell bei unzureichend fest gezogenem Schuh. Stellen Sie sicher, dass die Ferse gut fixiert ist und unten im Schuh auf der Sohlenauflage bleibt. Sollten Rötungen oder Blasen entstehen, muss der behandelnde Arzt informiert werden.

Rutscht der Fuß des Kindes wiederholt aus dem Schuh und bleibt die Ferse nicht tief im Schuh, kann folgendes unternommen werden: Ziehen Sie den Riemen um ein Loch fester. Die Schrauben an der Schiene müssen regelmäßig nachgezogen werden. 

Nachkontrollen im weiteren Verlauf der Behandlung

Nach vollständiger Korrektur des Klumpfußes sind weitere regelmäßige Kontrollen erforderlich. Der behandelnde Kinderorthopäde entscheidet über die Dauer der Schienenbehandlung. Diese hängt von der Ausprägung des Klumpfußes und der Tendenz zum Rezidiv ab. Die Behandlung darf nicht zu früh abgeschlossen werden. Jährliche Kontrollen werden bis zur Einschulung notwendig bleiben. Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen den nächsten Kontrolltermin mitteilen. Die Häufigkeit der Kontrollen hängt mit der Korrektur des Fußes zusammen. Um ein Spätrezidiv auszuschließen, sollte im Alter von etwa 10 Jahren noch eine Kontrolle erfolgen.
 

Rezidive 

Kommt es innerhalb der ersten 2 bis 3 Jahre zu einem Rezidiv der Deformität, muss erneut gegipst werden, damit die Fußabduktionsorthese wieder zur Anwendung kommen kann. Selten ist auch eine zweite Durchtrennung der Achillessehne notwendig. 

In manchen Fällen reicht dieses jedoch nicht aus und es ist eine Operation erforderlich. Die Operation beinhaltet die Verlagerung einer Sehne (Tibialis-anterior-Sehne) von der Innenseite des Fußes auf den Fußrücken. Danach wird das Bein bis zur Heilung in einem Gips ruhig gestellt. Besteht eine erneute Verkürzung der Achillessehne, ist in der gleichen Sitzung eine Verlängerung der Achillessehne erforderlich.                                                                                                           
 

Der komplexe Klumpfuß

Obwohl die Behandlungsergebnisse bei Vermeidung ausgedehnter Knochen- und Gelenkeingriffe besser sind, haben 5 bis 10% aller Kinder mit Klumpfuß extrem ausgeprägte, kurze und plumpe Füße mit festem Bindegewebe. Diese Füße lassen sich durch Manipulation und Gipsbehandlung wenig beeinflussen. Häufig ist hier eine frühzeitige Tenotomie der Achillessehne und eine etwas modifizierte Gipstechnik erforderlich. Nach erfolglosem Versuch der Korrektur mittels Manipulation und Gipsen müssen diese Füße einer chirurgischen Korrektur zugeführt werden.

Die meisten Fälle benötigen jedoch eine erfahrene Hand für den Therapieerfolg. Schlecht durchgeführte Manipulationen und Gipsanlagen verzögern die Korrektur und erschweren oder verhindern eine korrekte Behandlung. 

Häufig gestellte Fragen 

Wie sieht die Zukunft für ein Kind mit Klumpfüßen aus?

Wird  ein Kind mit einem Klumpfuß nach der hier beschriebenen Ponseti-Methode behandelt, kann ein nahezu normaler Fuß erwartet werden. Kleine Unterschiede zu einem normalen Fuß bestehen natürlich. So ist der behandelte Klumpfuß häufig etwas kleiner als der nicht betroffene Fuß. Auch verbleibt der etwas kleinere Wadenmuskel (die sogenannte „Klumpfußwade“) auf der betroffenen Seite. Der Unterschied in der Wadengröße hängt vom Schweregrad des ursprünglichen Klumpfußes ab. In manchen Fällen kann eine geringe, meist unbedeutende Verkürzung des betroffenen Beines beobachtet werden. 

Klumpfußrezidiv bei älteren Kindern und Jugendlichen nach Voroperationen
Hier muss nach klinischem Untersuchungsbefund und zusätzlicher Diagnostik mit Röntgen individuell entschieden werden, welche therapeutischen Maßnahmen zur Korrektur erforderlich sind. 

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Knick-Senk-Fuß

Der Knick-Senk-Fuß ist ein häufiger Vorstellungsgrund in der kinderorthopädischen Praxis. Bis zum Alter von 6 Jahren handelt es sich sehr häufig um einen altersgemäßen, physiologischen Befund hervorgerufen durch die noch veränderten Achsen- und Torsionsverhältnisse und die Tatsache, dass die Funktion der Fußgewölbe stabilisierenden Strukturen noch nicht ausreichend ist. Eine Behandlung ist häufig nicht erforderlich. Wichtig ist es, bei der klinischen Untersuchung eine Verkürzung der Wadenmuskulatur auszuschließen. Liegt diese vor, ist eine Therapie erforderlich.

Eine Abgrenzung zum angeborenen Plattfuß (sogenannter Talus verticalis) ist meist gut möglich. Hierbei handelt es sich um eine seltene angeborene Fußdeformität. Die Füße sind nicht korrigierbar und die Achillessehne ist deutlich verkürzt. Der angeborene Plattfuß erfordert eine spezielle Therapie. Diese umfasst heutzutage zunächst eine redressierende, serielle Gipstherapie mit anschließender Operation. 

Ab dem Alter von 6 Jahren ist die Diagnose des Knick-Senk-Fuß zu stellen. Der häufigste Grund dafür, dass sich der Knick-Senk-Fuß nicht spontan normalisiert, ist eine Verkürzung der Wadenmuskulatur. 

Auch ab dem Alter von 6 Jahren besteht noch ein großes spontanes Korrekturpotential mit dem Wachstum. Eine Therapie ist erforderlich bei Verkürzungen der Muskulatur (insbesondere Wadenmuskulatur), Schmerzen und funktionellen Einschränkungen. An Therapiemaßnahmen stehen konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Einlagenversorgung und operative Maßnahmen zur Verfügung.

Bei erfolgloser konservativer Therapie besteht bei sonst gesunden Kindern die Möglichkeit, durch die Positionierung einer Schraube in das Fersenbein den Knick-Senk-Fuß im Sinne einer Wachstumslenkung zu korrigieren (Subtalare Schraubenarthrorise). Bei diesem Verfahren ist keine Knochendurchtrennung oder Gelenkversteifung erforderlich. Der Fuß kann direkt nach der Operation wieder voll belastet werden. Eine Gipsbehandlung ist nur bei einer zusätzlich notwendigen Verlängerung der Wadenmuskulatur erforderlich. Nach Abschluss des Fußwachstums (in der Regel nach 2-3 Jahren) kann die Schraube wieder entfernt werden. Diese Operation sollte nicht zu früh erfolgen, um dem Fuß noch ausreichend Möglichkeit zur spontanen Korrektur zu geben, aber auch nicht zu spät, um noch ausreichend Korrektur durch die Schraube mit dem Wachstum zu ermöglichen. Das ideale Alter liegt zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr.

Nach Wachstumsabschluss stehen verschiedene knöcherne Korrekturoperationen zur Verfügung. Welches Verfahren angewandt wird, muss individuell in Abhängigkeit des klinischen Befundes entschieden werden. In der Regel muss nach knöchernen Korrekturoperationen eine Gipsruhigstellung mit Entlastung über ca. 6 Wochen erfolgen.

Bei dem schmerzhaften, rigiden (nicht flexiblen) Knick-Senk-Fuß eines Jugendlichen sollte eine Verbindung der Fußwurzelknochen (Tarsale Coalition) ausgeschlossen werden. Diese Verbindungen sind meist bereits bei Geburt vorhanden. Mit dem Wachstum kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung. Dies schränkt die Bewegung des unteren Sprunggelenkes ein. Schmerzen und ein rigider Knick-Senk-Fuß können die Folgen sein. Zur Diagnosestellung sind spezielle Röntgenaufnahmen und häufig ergänzend ein MRT oder CT des Fußes erforderlich. Bei Schmerzen und ausgeprägten Fehlstellung sind meist operative Maßnahmen mit Entfernung der knöchernen Verbindung und gegebenenfalls einer Stellungskorrektur des Fußes erforderlich.

Tritt der Knick-Senk-Fuß im Rahmen einer Grunderkrankung (z.B. Cerebralparese, Myelomeningocele, Down Syndrom etc.) ein, sprechen wir von einem sekundären Knick-Senk-Fuß. Die Therapie - ob konservativ oder operativ - richtet sich hier nach den individuellen Besonderheiten des Patienten und der Grunderkrankung. 

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Sichelfuß – Metatarsus adductus

Der kindliche Sichelfuß ist eine meistens vorübergehende Fehlstellung des kindlichen Fußes. Der vordere Anteil des Fußes ist dabei nach innen gedreht, so dass der Fuß eine Bohnenform hat. Die Ursache des Sichelfußes ist nicht bekannt. Eine Theorie ist, dass die räumliche Enge im Mutterleib dafür verantwortlich ist.

Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Es zeigt sich ein gebogener äußerer Fußrand. Die Großzehe zeigt bei vielen Kindern besonders stark nach innen. Ein Arzt/Ärztin kann den Grad des Metatarsus adductus durch Testen des Bewegungsbereichs des Fußes beurteilen. Es gibt zwei Arten dieser Fußstellung: flexibel und nicht flexibel. Bei einem flexiblen Metatarsus adductus kann der Fuß gestreckt werden. Bei der nicht flexiblen Art kann der Fuß nicht durch aktives Bewegen in eine neutrale Stellung gebracht werden.

Sichelfuß-Behandlung
In einigen Fällen können Dehnübungen empfohlen werden. Bei den meisten Kindern verschwindet der Zustand jedoch von selbst. Vereinzelt ist eine spezielle Schuhzurichtung erforderlich. Sehr selten ist bei älteren Kindern eine Operation zur Beseitigung von Restdeformitäten erforderlich.

Sofern Ihr behandelnder Orthopäde/Orthopädin eine weitere Meinung zur Fußstellung Ihres Kindes benötigt, vereinbaren Sie gerne einen Termin unserer Sprechstunde.

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