Kinderdermatologische Sprechstunde

Seit dem 01. Januar 2005 gibt es am Wilhelmstift eine Kinderdermatologische Sprechstunde, in der Kinder von 0-16 Jahren behandelt werden, die vom Haut- oder Kinderarzt überwiesen wurden. Erkrankungen der Haut sind gerade im Kindesalter sehr häufig:

  • Weltweit am häufigsten sind Infektionserkrankungen der Haut. Einerseits können verschiedene Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten die Haut direkt befallen. Andererseits deutet ein Exanthem häufig auf ablaufende Infektionen im Körper hin.
  • Ekzeme sind chronische Hautreizungen; die häufigste Ekzemerkrankung ist das Atopische Ekzem (Neurodermitis). Diese genetisch bedingte Erkrankung ist durch leichte Reizbarkeit der Haut (durch Kleidung, Klimawechsel, Stress, Infekte, Allergene) gekennzeichnet ist. Bis zu 12% der Kinder leiden an Neurodermitis; entgegen weit verbreiteter Meinung wird die Erkrankung nur bei einem kleinen Teil der Patienten durch Nahrungsmittel (und insbesondere nicht durch Zucker!) „getriggert“ (hervorgelockt). Standard-Diäten sind daher nicht angebracht; bei Säuglingen und Kleinkindern können unsinnige Diäten sogar Schaden anrichten.
  • Hämangiome (Blutschwämme) treten bei 10-15% der Säuglinge auf und stellen damit die häufigsten (gutartigen) Tumoren des Kindesalters dar. Sie durchlaufen eine charakteristische  Entwicklung, die in den ersten 4-8 Monaten durch Wachstum, dann durch Stillstand, schließlich (bei 85-90%) durch spontane Rückbildung gekennzeichnet ist. Daher ist in den meisten Fällen keine Behandlung erforderlich. Im Einzelfall jedoch, insbesondere bei im Gesicht lokalisierten oder sehr schnell wachsenden Hämangiomen, kann eine Behandlung erforderlich werden. Zur Behandlung stehen Kryotherapie (Kältebehandlung), Lasertherapie (Farbstoff-Laser, Neodym-YAG-Laser), Operation und andere Verfahren zur Verfügung. Die Behandlungsindikation muß auf den Einzelfall zugeschnitten sein. Häufig genügen engmaschige Verlaufskontrollen.
    Wissenschaftlicher Zeitschriftenbeitrag: Hämangiome. Neue Aspekte zu Pathogenese, Differenzialdiagnosen und Therapie
  • Die Psoriasis ist eine gutartige entzündliche Hauterkrankung, die 1.5-2% der Bevölkerung betrifft. Etwa 15% der Psoriasisfälle treten bei Kindern und Jugendlichen auf. Bei der Psoriasis, die genetisch bedingt ist, kommt es zu einer beschleunigten Erneuerung (Proliferation) der äußersten Hautschicht (Epidermis) und damit zu einer verstärkten Bildung von Schuppen, die sich entweder nur umschrieben an einzelnen Stellen (Kopfhaut, Ohrmuschel, Nabel, Ellenbogen) oder an der ganzen Hautoberfläche zeigen kann. Manchmal kann die Psoriasis auch mit einer verstärkten Pustelbildung einhergehen. Die Psoriasis ist auch im Kindesalter gut behandelbar.
  • Muttermale können die Pigmentzellen, aber auch andere Zellen der Haut und ihrer Anhangsorgane betreffen. Es handelt sich um umschriebene Fehlbildungen, die während der Entwicklung des Embryos auftreten und sich in mehr oder weniger auffallenden Farb- oder Strukturveränderungen der Haut zeigen. Die meisten sind harmlos und bedürfen keiner Behandlung. Andere, insbesondere die angeborenen Pigmentmale, müssen regelmäßig kontrolliert werden; die meisten der angeborenen Pigmentmale sollten spätestens vor der Pubertät entfernt werden.
  • Mastozytosen beruhen auf einem Regulationsdefekt der Mastzellreifung, die sich in bräunlich-rötlichen Ansammlungen dieser Zellart in der Haut, gelegentlich auch der Schleimhaut und selten auch innerer Organe zeigt. Die Erkrankung ist bei Kindern gutartig; 70% der Mastozytosen bilden sich bis zur Pubertät von selbst zurück.
  • Zu den allergischen Hauterkrankungen zählen Urtikaria (Nesselsucht), Kontaktekzem (z. B. auf Nickel) oder Arzneimittel-Exantheme.
  • Zu den Autoimmunerkrankungen, die durch eine Regulationsstörung des Immunsystems zustandekommen, zählen die Sklerodermie (Morphea), der Lupus erythematodes, Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und andere.
  • Der Begriff der Genodermatosen umfaßt eine Vielzahl meist sehr seltener genetisch bedingter Erkrankungen bzw. Fehlbildungen der Haut. Sie können sich wie bei der Epidermolysis bullosa in einer leichten Verletzlichkeit der Haut zeigen mit Blasenbildung; bei den Ichthyosen liegt eine fischschuppenartige Verdickung und abnorme Verhornung vor. Andere Hautsymptome können auf Erkrankungen des Stoffwechsels, des Nervensystems oder innerer Organe hindeuten.

Die Behandlung dieser und anderer Hautkrankheiten findet am Wilhelmstift interdisziplinär statt, das heißt je nach Erfordernis in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Kinderchirurgie, Kinderanästhesie, Pneumologie, Neuropädiatrie, Diätetik, Psychosomatik und anderen. Kinder mit ausgedehnten, schweren Hauterkrankungen werden in der Kinderklinik auch stationär betreut; in einzelnen Fällen erfolgen weiterführende Untersuchungen (z. B. Nahrungsmittel-Provokationstestungen bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie) in der Tagesklinik.

Leitung:
Professor Dr. Peter Höger
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Facharzt für Dermatologie
Allergologie / Infektiologie

 

Kontakt:   
Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
Liliencronstraße 130
22149 Hamburg

Dermatologische Ambulanz

Tel. 040 67377-200
Fax 040 67377-445
hautambulanz@kkh-wilhelmstift.de

Sprechstunden

Mo - Fr vormittags, nur nach Vereinbarung

Anmeldung

Tel. 040 67377-200 (Mo - Fr 9.00 -12.00 Uhr) oder per Mail. Darin muss der Name und Vorname sowie das Geburtsdatum des Kindes (Patienten), der Grund der Vorstellung und der Name des überweisenden Kinder- oder Hausarztes angegeben werden. Eine Überweisung durch Fachärzte für Dermatologie oder Kinder- und Jugendmedizin ist in jedem Falle bei der ersten Vorstellung erforderlich.


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