Handchirurgie
Kinderhandchirurgie im Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift hat eine mehr als 20jährige Geschichte. Seit 1982 operierte Prof. Dr. med. Dieter Buck-Gramcko, Gründer und langjähriger Leiter der handchirurgischen Abteilung des berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg, Kinder mit angeborenen Handfehlbildungen im Wilhelmstift. Prof. Buck-Gramcko ist einer der Pioniere der Deutschen Handchirurgie und hat sich intensiv mit der Behandlung angeborener Fehlbildungen beschäftigt, der er durch Entwicklung neuer Operationstechniken wie z. B. der Pollizisation (Daumenbildung) wesentliche Impulse gegeben hat.
In der Zeit von 1992 bis 1994 baute er zusammen mit Dr. med. Rolf Habenicht eine eigenständige Abteilung für Kinderhandchirurgie im Wilhelmstift auf.
Als speziell an einer Kinderklinik eingerichtete und auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Handchirurgie ist die Abteilung eine in Deutschland einmalige Institution.
Ärzte
Die handchirurgische Abteilung wird von Herrn Chefarzt Dr. med. Rolf Habenicht geleitet (Facharzt für Chirurgie, Kinderchirurgie, Handchirurgie). Weitere ärztliche Mitarbeiter sind Frau Oberärztin Dr. med. Wiebke Hülsemann (Fachärztin für Chirurgie, Unfallchirurgie, Handchirurgie), Herr Max Mann (Facharzt für Orthopädie) sowie ein ärztlicher Kollege als Routant aus der Abteilung für Hand, plastische und Mikrochirurgie des berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht.
Betten
Die handchirurgische Abteilung verfügt über 10 vollstationäre Betten überwiegend als Mutter-Kind-Einheiten.
Leistungsspektrum
Die handchirurgische Abteilung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Diagnostik und Behandlung vorwiegend komplexer Hand- und Fußfehlbildungen, häufig auch im Rahmen von Mehrfachfehlbildungen sowie bei komplexen Fehlbildungssyndromen.
Sie führt im Jahr ca. 600 – 650 meist lang dauernde komplexe Eingriffe zur Korrektur angeborener Fehlbildungen durch.
Aufgrund der strukturellen Voraussetzungen und personellen Ausstattung besteht die Möglichkeit, bei komplexen Mehrfachfehlbildungen mehrere Extremitäten gleichzeitig zu operieren und so die Zahl der notwendigen Eingriffe und Krankenhausaufenthalte für die Patienten und deren Familien so klein wie möglich zu halten.
Zudem versorgt die Abteilung im Jahr ca. 150 – 200 Kinder und Jugendliche mit Handverletzungen.
Neben der vollstationären Behandlung werden auch ambulante Operationen durchgeführt.
Spezielle Behandlungsverfahren
Neben den klassischen handchirurgischen Operationsverfahren werden auch Techniken zur Weichteil- und Knochenstreckung mittels äußerer Fixateure eingesetzt, die die Behandlungsmöglichkeiten bei angeborenen Fehlbildungen und die Behandlungsergebnisse verbessern können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Zehentransplantation. Die freie mikrochirurgische Übertragung einer oder mehrer Zehen zum funktionellen Strahlaufbau ermöglicht die Schaffung einer Grundgreiffunktion bei angeborenen Fehlbildungen und nach traumatischem Fingerstrahlverlust.
Ambulanz
Der Abteilungsleiter verfügt über eine kassenärztliche Ermächtigungsambulanz zur
- Ambulanten Behandlung angeborener Fehlbildungen der Extremitäten auf Überweisung durch Kinderchirurgen, Chirurgen und Orthopäden
- Behandlung von Handverletzungen auf Überweisung durch Kinderchirurgen, Chirurgen und Orthopäden.
Im Rahmen der Ermächtigungsambulanz werden im Jahr ca. 1.000 Patienten betreut. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der primären klinischen Untersuchung, Diagnostik und Beratung sowie Therapieplanung einerseits und der Langzeitnachkontrolle der wachsenden Patienten andererseits, vorwiegend bei komplexen angeborenen Extremitätenfehlbildungen.
Die handchirurgische Sprechstunde findet montags und donnerstag von 13.00 bis 16.00 Uhr nach unbedingt notwendiger vorheriger telefonischer Terminvereinbarung mit dem handchirurgischen Sekretariat, Tel. 040 67377-254 statt.
Zur ambulanten Untersuchung sind ein für das Behandlungsquartal gültiger Überweisungsschein durch einen zur Überweisung ermächtigten Kassenarzt (siehe Abschnitt Ermächtigungsambulanz), mitzubringen sowie Vorbefunde, OP-Berichte und ggf. Röntgenbilder.






