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Die Vorstellung, die eigenen Eltern seien im Grunde unverletzliche bzw. unendlich robuste Wesen, ist Teil eines gesunden kindlichen Weltbilds im Sinne des Urvertrauens. Jede Erschütterung dieser von „ewiger Robustheit“ geprägten Objektrepräsentanz erfordert spezifische psychische Anpassungsleistungen von Eltern und Kind – in jedem Alter. Nach der entwicklungs-psycho-biologischen Uhr des jungen und mittleren Erwachsenenalters sind Eltern minderjähriger Eltern üblicherweise darauf eingestellt, dass sie sich irgendwann einmal mit Krankheit, Gebrechlichkeit und Tod ihrer eigenen Eltern auseinandersetzen müssen, wozu auch die Heranführung der eigenen Kinder an diese Themen gehört. Die Erwartung eigener ungebrochener Vitalität ist für diese neue Entwicklungsaufgabe ein wichtiger stabilisierender Faktor. Entsprechend entstehen bei Eltern, die in dieser Phase des Lebens selbst von einer ernsthaften Erkrankung (z.B. Krebs) betroffen sind, spezifische Sollbruchstellen für die psychosozialen Entwicklungsaufgaben der Elternschaft. In diesem Workshop werden die theoretischen Grundlagen der Verunsicherung von Eltern durch eigene Krankheit dargestellt. Möglichkeiten der therapeutischen Unterstützung werden anhand von Fallvignetten erläutert. Klinische Fallbeispiele der Teilnehmer sind willkommen.
Literatur: G. Romer & M. Haagen: Kinder körperlich kranker Eltern, Göttingen Hogrefe, 2007
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